»Zur Zeit«Die Beratungsstelle für Zeugen und Opfer von Rassismus von ZARA macht drauf aufmerksam, dass die einschlägige rechtskonservative österreichische Wochenzeitung »Zur Zeit« nicht nur von einer Presseförderung lebt sondern auch andere Unterstützer hat. Folgende Firmen und politische Einrichtungen förderten im Jahr 2001 »Zur Zeit« durch großflächige und regelmäßige bezahlte Inserate: Merkur, Raiffeisen Bank, Volksbank, die Kärntner Landesausstellung, das Land Steiermark, die NÖ Landesregierung und Fa. Pischinger. »Zur Zeit« ist seit 1997 das österreichische »Schwesterblatt« (Eigendefinition) der Zeitschrift »Junge Freiheit«. Die »Junge Freiheit«, mit der noch immer enge Verknüpfungen bestehen, wird von Nordrhein-Westfälischen und Hamburger Verfassungsschutzberichten und deren Herausgeber, dem Deutschen Innenministerium, als »rechtsextrem« eingestuft. Viele der – besonders in der Anfangszeit von »Zur Zeit« engagierten – Autoren sind dem rechtsextremen und deutschnationalen Milieu zuzuordnen, leitende Mitarbeiter waren aktive »Führer« bei mittlerweile verbotenen neonazistischen Organisationen in Österreich (z.B. »Nationale Front«). Des weiteren ist ein »Zur Zeit«-Autor seit Jänner 2001 wegen NS-Wiederbetätigung verurteilt. Er leugnete in der Ausgabe vom 23/1999 den Holocaust, die Existenz der nationalsozialistischen Gaskammern, bezeichnete Rudolf Hess als »kühnen Idealisten«, berief sich bei der Anzweifelung der technischen Durchführbarkeit der Massenvergasungen auf bekannte rechtsextreme und neonazistische Revisionisten. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Zuletzt hörte man von »Zur Zeit«, deren bevorzugte Autoren »im weitesten Sinne konservativ, katholisch, nationalliberal, eben eher rechtsintellektuell waren und sind«, im Zuge einer symbolkräftigen Vier-Jahres-Feier: man ludt Vertreter diverser europäischer Rechtsparteien im November zu einem Treffen, das teilweise unter Ausschluß der Öffentlichkeit stattfand, nach Österreich ein. |