Rassistische Schikane am Flughafen Wien-Schwechat kein Einzelfall

12. März 2002
Inneres / Rassismus
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Die Beratungsstelle für ZeugInnen und Opfer von Rassismus legt Wert auf die Feststellung, dass es nach ihren Erfahrungen am Flughafen Wien-Schwechat immer wieder zu diskriminierenden Schikanen und rassistischen Übergriffen auf Menschen afrikanischer Herkunft bzw. AfroösterreicherInnen im Zuge der Passkontrolle kommt. Der im heutigen »Standard« publizierte Vorfall stellt weder einen Einzelfall noch »keine Schikane« dar, wie die Schwechater Polizeidirektorin meint.

»Es ist eine Absurdität,« meint Wolfgang Zimmer, juristischer Berater bei ZARA: »dass ein Mensch, der sich mit österreichischem Pass ausweist, einer fremdenrechtlichen Begutachtung durch die Grenzbeamten unterzogen wird!« Das Fremdenrecht gälte – wie der Name sagt – für Fremde. Dass schwarze ÖsterreicherInnen nicht in das offensichtlich bei GrenzbeamtInnen vorhandene Bild eines »echten Österreichers« passen wird durch das schikanöse Verhalten der BeamtInnen mehr als deutlich.

Erschreckend sei außerdem, dass BeamtInnen, mit internationalem Publikum wie es auf einen großen Flughafen ja durchaus üblich ist, zu tun haben, offenbar nicht umgehen könnten. Im vergangenen Jahr, so der ZARA-Berater, wurden mehrere derartige Vorkommnisse bei ZARA gemeldet. »Da laufen schwarz-weiß Denkraster ab, die sich dann eben in schikanösem Verhalten gegenüber dunkelhäutigen Menschen zeigen«, resümiert Zimmer. Im Rassismus Report 2001, der kommende Woche am 20. März in Wien der Öffentlichkeit präsentiert wird, werden 150 derartige Vorfälle und Übergriffe detailliert dokumentiert.