Über 600 Rassismusfälle bei ZARA gemeldet – Rassismus Report 2003 von ZARA vorgelegtDie ZARA-Beratungsstelle für ZeugInnen und Opfer von Rassismus betreute im Jahr 2003 über 600 Rassismusfälle in Österreich – doppelt so viele wie im Vorjahr. Anhand der 219 für den Rassismus Report 2003 ausgewählten Vorkommnisse wird deutlich, wie präsent rassistische Ausgrenzung und Gewalt im Leben vieler Menschen in Österreich sind. Mit dem Schwerpunkt-Thema »Recht & Rassismus« im aktuellen Report wird auf eine neue Entwicklung Bezug genommen. Der Jurist und ZARA-Obmann Dieter Schindlauer betont: »Österreich sollte seit Juni 2003 die «Anti-Rassismus-Richtlinie» (2000/43/EG) umgesetzt haben, die die EU-weite Vereinheitlichung des Rechtsschutzes vor Diskriminierung bezweckt. Seit nunmehr 9 Monaten ist Österreich hier säumig.« Die Redakteurin des Reports, Verena Krausneker: »Offizielle österreichische Daten über Rassismus existieren nicht. Unser alljährlicher Bericht ist somit auch eine wichtige Informationsquelle für nationale und besonders internationale Organisationen«. Der Staat Österreich bleibe weiterhin inaktiv: Weder unterstützt der Bund die ZARA-Beratungsstelle für ZeugInnen und Opfer von Rassismus, noch stellt er für Einzelpersonen, die mit Rassismus konfrontiert wurden, in irgendeiner Form ein professionelles Beratungsangebot zur Verfügung. Vor einem Jahr war die ZARA-Beratungsstelle mangels Finanzierung von der Schließung bedroht. Denn die alljährlich gleich hohe Subvention der Stadt Wien ermöglicht nur 6 Monate lang den Betrieb. Die restlichen 6 Monate Beratungsservice sind auch im Jahr 2004 nicht finanziert. Wie ab Juli 2004 die Gehälter bezahlt werden, weiß niemand »Diese Situation hat sich nicht verbessert«, erklärt ZARA-Sprecher und Schauspieler Alexander Pschill. Aufgeben will man jedoch nicht. Pschill: »Privatpersonen müssen in so einer Situation den Staat ersetzen. Durch eine ZARA-Mitgliedschaft können wir sowohl moralische wie auch finanzielle Rückendeckung geben. Daher suche ich im Jahr 2004 ZARA-Mitglieder und SpenderInnen – bitte melden Sie sich, wenn Sie gegen Rassismus sind!« |