Zivilcourage und Anti-Rassismus-NEWSLETTER Ausgabe: Nr. 17 (15. Oktober 2015)

ECRI - Bericht zu Österreich: Gesetze gegen Rassismus lückenhaft

Der aktuelle Bericht der Europäischen Kommission gegen Rassismus und Intoleranz des Europarats (ECRI), zu dem u.a. ZARA befragt wurde, stellt fest, dass ein gezieltes Vorgehen gegen Rassismus in Österreich trotz neuerer Maßnahmen und Gesetzesnovellen nach wie vor schwierig ist. Konkret, so heißt es im Bericht, fehle eine eindeutige Gesetzeslage gegen rassistische Diskriminierung, die bestehenden Gesetze seien lückenhaft und unübersichtlich.
Die Kommission greift damit u.a. die Forderungen von ZARA auf und empfiehlt ein eindeutiges Diskriminierungsverbot auf allen Ebenen sowie Gesetze, die die strafrechtliche Verfolgung rassistischer Taten möglich machen.

Den ECRI-Bericht zu Österreich finden Sie hier; die Presseaussendung ist hier abrufbar.

Podiumsdiskussion: Alles Wirtschaftsflüchtlinge?

Die öffentliche Debatte um Flüchtlinge dreht sich um Abwehr, im besten Fall um menschenwürdige Unterbringung und Schutz. Trotz politischer und medialer Diskussionen bleibt die Wahrnehmung des komplexen Phänomens selektiv. Wer "darf" zu uns kommen? Wie hängen Migration und Entwicklung zusammen? Läuft die Entwicklungspolitik Gefahr, zur Vermeidung unerwünschter Migration instrumentalisiert zu werden? Eine Diskussionsveranstaltung zu diesen Fragen findet am Donnerstag, den 15. Oktober 2015, mit der Vizepräsidentin des Europaparlamentes, Ulrike Lunacek, dem ehemaligen UNHCR-Mitarbeiter und Leiter des zweitgrößten Flüchtlingscamps der Welt, jetzt u.a. Berater der Bundesregierung in Flüchtlingsfragen, Kilian Kleinschmidt, sowie dem Gründer des Vereins Afrikanischer Studierender in Österreich (VAS), Youssouf Simbo Diakité, statt. Moderiert wird die Podiumsdiskussion von Irmgard Kirchner vom Südwind-Magazin.

Wann: Donnerstag, 15. Oktober 2015, 9 Uhr
Wo: Hauptbücherei, Veranstaltungssaal (3. Stock), Urban-Loritz-Platz 2a, 1070 Wien

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Club Courage: Podiumsdiskussion über "Türpolitik"

Der Club Courage, der sich für Zivilcourage und soziales Handeln im Rahmen von Clubs, Konzerten und Parties einsetzt, lädt am letzten Sonntag im Oktober zu einer Podiumsdiskussion zum Thema "Türpolitik" ein. Dina Malandi, Leiterin der ZARA Beratungsstelle für Opfer und ZeugInnen von Rassismus wird zur Diskussion mit Fällen von rassistischer Einlasspolitik beitragen. Besonders betroffen davon sind junge Männer, die aufgrund ihrer zugeschriebenen Herkunft abgewiesen werden.

Wann: Sonntag, 25. Oktober 2015, 19 Uhr
Wo: WUK, Währinger Straße 59, 1090 Wien

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Konferenz: "Vom Alltagskonflikt zur Massengewalt"

Das Sir Peter Ustinov Institut lädt am 29. und 30. Oktober 2015 zur wissenschaftlichen Konferenz "Vom Alltagskonflikt zur Massengewalt" ein. Referiert wird über die sozialen und politischen Folgen von Vorurteilen in alltäglichen Konflikten bis hin zur Gewalteskalation. In Anbetracht der aktuellen Flüchtlingsströme und der im öffentlichen Diskurs vermehrt thematisierten Angst vor "Überfremdung" diskutieren die TeilnehmerInnen über Mechanismen hinter populistischer Politik der Angst sowie Triebkräfte, Strukturen und Prozesse der Eskalation. Die Frage, wie Vorurteile in der Entstehung von Alltagskontroversen bis hin zur Massengewalt wirken und wie Europa mit den Entwicklungen in seiner unmittelbaren Nachbarschaft umgehen kann, sollen außerdem erörtert werden.
Die Teilnahme an der Konferenz ist kostenfrei, um Anmeldung wird unter anmeldung@ustinov.at gebeten.

Wann: Donnerstag, 29. Oktober und Freitag, 30. Oktober 2015
Wo: Kleiner Festsaal der Universität Wien, Dr. Karl Lueger-Ring 1, 1010 Wien

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Buchpräsentation: Bevor die Völker wussten, dass sie welche sind

Am Dienstag, den 10. November 2015 stellt der Romancier, Essayist und Satiriker Richard Schuberth sein wissenschaftliches Werk "Bevor die Völker wussten, dass sie welche sind" im Depot vor. Darin erörtert er Konzepte von Nation, Volk und Ethnizität sowie ihre begriffsgeschichtlichen Ursprünge und praktischen Folgen. Er gewährt Einblicke in die Ideologie des Kulturalismus, der nach wie vor Alltagsbewusstsein und politische Diskurse prägt und setzt sich mit Positionen auseinander, die die Basis für einen antiessenzialistischen, diskurskritischen Zugang legen.

Wann: Dienstag, 10. November 2015, 19 Uhr
Wo: Depot - Raum für Kunst und Diskussion, Breitegasse 3, 1070 Wien

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