Zivilcourage und Anti-Rassismus-NEWSLETTER Ausgabe: Nr. 19 (13. November 2015)

Gleichbehandlungskommission bestätigt Ergebnis des ZARA-Lokaltestings

Der Senat III der Gleichbehandlungskommission (GBK) kommt zu dem Prüfergebnis, dass einer der teilnehmenden Personen beim ZARA-Lokaltesting 2014 aufgrund seiner ethnischen Zugehörigkeit der Zutritt zu einem Lokal verweigert wurde. Damit bestätigt die Kommission in dem vom Tester für dieses Lokal beantragten Verfahren das Ergebnis des von ZARA nach der Methode des situation testing durchgeführten Lokaltestings. Beim Testing hatten drei Testpersonen, die sich lediglich durch ihre Hautfarbe voneinander unterscheiden, 14 Wiener Lokale auf ihre Einlasspraktiken hin überprüft. Drei Lokale sind dabei eindeutig durchgefallen: Mit fadenscheinigen Ausreden wie "heute nur für Stammgäste" hatten sie den Testpersonen aufgrund der zugeschriebenen "nicht österreichischen Herkunft" den Zutritt verweigert. Anhand der Aussagen des Betroffenen, der ZeugInnen des Lokaltestings sowie der Aussagen der Beschuldigten konnte die GBK eindeutig eine Verletzung des Gleichbehandlungsgebotes feststellen. Damit spricht sie der betroffenen Person Anspruch auf Ersatz der des Vermögensschadens und eine Entschädigung der erlittenen persönlichen Beeinträchtigung zu.

Weitere Informationen:
ZARA-Lokaltesting 2014
Empfehlung für eine diskriminierungsfreie Eintrittspolitik von Lokalen
Gleichbehandlungskommission

"Countdown of shame" gegen Gudenus gestartet

Am vergangenen Montag, den 09. November, hat die Initiative "jetztzeichensetzen" den "Countdown of shame" gegen die bevorstehende Wahl des FPÖ Politikers Johann Gudenus gestartet. Am 24. November 2015 soll im Rahmen der konstituierenden Sitzung des Wiener Gemeinderats Gudenus zum Wiener Vizebürgermeister gewählt werden.

"Wir starten unseren 'Countdown of shame' nicht zufällig am 77. Jahrestag des schrecklichen Novemberpogroms, als sich die völkische und antisemitische Ideologie des Naziregimes in unfassbaren Gewaltorgien gegen die jüdische Bevölkerung entlud. Wir fragen uns, wie es 77 Jahre danach möglich ist, dass jemand in Wien für ein hohes Amt nominiert wird, der für völkisches Gedankengut steht und wortwörtlich mit dem 'Knüppel aus dem Sack' gegen hier lebende Menschen droht", so die Initiative "Jetzt Zeichen setzen", bei der ZARA dabei ist.

In der Vergangenheit drohte Johann Gudenus immer wieder mit "Knüppel aus dem Sack" gegen "illegale Asylwerber", "illegale Einwanderer", "ausländische Sozialschmarotzer" und "linke Schreier".

Bis zum 24.November wird das Bündnis "Jetzt Zeichen setzen" in einem "Countdown of shame" die vergangenen Aussagen des Herrn Gudenus anprangern und ihn gleichzeitig dazu auffordern, zu erklären, wie diese mit seinem zukünftigen Amt vereinbar sein sollen.
Weitere Informationen zum "Countdown of shame" finden sie hier.

Festival Serbischer November

Im Rahmen des österreichisch-serbischen Kulturjahres veranstaltet das Volkstheater Wien vom 13.-16. November 2015 das Festival "Serbischer November".

In Wien leben über 70.000 Menschen mit serbischem Pass, ungezählt sind die "eingewienerten" SerbInnen der zweiten, dritten oder vierten Generation. So gesehen ist Wien heute eine der größten serbischen Städte. Der Länderschwerpunkt am Volkstheater Wien lädt ein, Serbien als theatralen Raum, Gedächtnisort, Entstehungsstätte heutiger Kunst und Diskursraum neu kennenzulernen.
Neben verschiedenen Gastspielen und Theaterstücken bietet das Rahmenprogramm ein Round-Table-Gespräch zum Thema "Flüchtlingsbewegung und Rechtspopulismus" (Moderation: Corinna Milborn) und eine Tagung zum Thema "Theater während der Jugoslawienkriege 1991-1995".

Wann: 13.-16. November 2015
Wo: Volkstheater; je nach Veranstaltung verschiedene Adressen, siehe Spielplan

Weitere Informationen finden Sie hier.

Workshop: Eine Familie - mehrere Sprachen

Der Verein FIBEL (Fraueninitiative bikulturelle Ehen und Lebensgemeinschaften) lädt am 20. November 2015 von 17h-21h zum Workshop "Eine Familie - mehrere Sprachen" ein. Das Angebot richtet sich an Angehörige bikultureller und mehrsprachiger Familien und geht der Frage nach, wie das Aufwachsen mit mehreren Sprachen in der Familie gelingen kann.

In diesem Workshop erfahren die Teilnehmenden, wie sich Kinder die unterschiedlichen Herkunftssprachen ihrer Eltern mündlich und schriftlich aneignen können. Ziel des Workshops ist es, Kinder in ihrer Sprachentwicklung zu fördern. Bilinguale bzw. mehrsprachige Elternpaare lernen in Form von praktischen Übungen, wie sie mit ihrem multilingualen Familienalltag spielerisch umgehen und dies auch ihren Kindern vermitteln können.

Weitere Informationen finden Sie hier.

Wann: 20. November 2015, 17h-21h
Wo: Fibel-Lokal, 1030 Wien, Traungasse 1/Stiege 3/Tür 9
Eintritt: 30 Euro; für Fibel-Mitglieder 15 Euro

Um Anmeldung wird gebeten unter 01-21 27 664 oder direkt auf der Homepage. Anmeldeschluss ist der 18. November, 16h.

Aktiv werden gegen geplante Asylverschärfungen!

Mit der geplanten Verschärfung des Asylrechts erntet die Regierung derzeit allerhand Kritik. Unter Beschuss stehen vor allem die geplante Einführung von Asyl auf Zeit, die Erschwerung beim Familiennachzug von Flüchtlingen sowie die Überlegungen, Grenzzäune zu errichten. Der vorliegende Entwurf zur Novelle des Asylrechts sieht u.a. starke Einschränkungen bei der Familienzusammenführung für Flüchtlinge und subsidiär Schutzberechtigte vor. Erst nach einer Frist von drei Jahren sollen EhepartnerInnen, minderjährige Kinder oder - wenn die Flüchtlinge selbst noch minderjährig sind - ihre Eltern nachholen können. In Kombination mit der geplanten Befristung von Asyl auf Zeit für drei Jahre könnte das dazu führen, "dass Familien für viele Jahre oder auch für immer auseinandergerissen werden", so Christoph Pinter, Leiter von UNHCR Österreich.

Wollen Sie selbst gegen diesen Umgang mit Flüchtlingen aktiv werden? Nachstehend finden Sie Links zu Initiativen, die sich gegen die Errichtung von Grenzzäunen und die Verschärfung des Asylrechts aussprechen:

http://www.sosmitmensch.at/site/home/article/1103.html
http://gegengrenzzaun.at/
http://menschliche-asylpolitik.at/

Die Stellungnahme des UNHCR zur geplanten Verschärfung des Asylrechts finden Sie hier.
Die Stellungnahme der Asylkoordination finden Sie hier.

Ein Positionspapier zu menschenrechtlichen Verpflichtungen in der aktuellen Flüchtlingssituation des Ludwig Boltzmann Institut für Menschenrechte ist hier zu finden.

Jobangebot bei Amnesty International

Amnesty International sucht ab sofort eine/einen Advocacy Officer auf Vollzeit-Basis mit Dienstort Wien.

Die Position beinhaltet Research und Advocacy zu menschenrechtlichen Themen in Österreich (Fallarbeit und analytische Arbeit) und inhaltliche Aufbereitung von internationalen menschenrechtlichen Themen, rechtliche Analysen und Begutachtungen von menschenrechtlich relevanten Gesetzesentwürfen, Identifizieren von Advocacy Aspekten im Zusammenhang mit Kampagnen, Lobbying und Netzwerkarbeit.

Wenn Sie an dieser spannenden Tätigkeit interessiert sind, senden Sie bitte Ihre Bewerbungsunterlagen postalisch an Amnesty International Österreich, Moeringgasse 10, 1150 Wien oder per E-Mail an bewerbungen@amnesty.at unter dem Betreff "Advocacy Officer" bis spätestens 25. November 2015.

Weitere Informationen finden Sie hier.

Podiumsdiskussion: MigrantInnen und Sport

Die Initiative Minderheiten und das Sportministerium laden zur Podiumsdiskussion "Selbstorganisation von MigrantInnen im Sport" am 30. November 2015, von 15:30h-17h ein.

In Österreich lebende MigrantInnen sind in vielen Sportbereichen tätig. Bereits vor über 100 Jahren gab es eigene Sportvereine, die von ZuwanderInnen gegründet wurden. Vor 50 Jahren entstand mit der "Jugo-Liga" sogar eine eigene Liga von MigrantInnen im Fußballsport. Auch andere ZuwanderInnengruppen haben in diversen Sportarten eigene Ligen gegründet, sei es im Basketball oder Volleyball. Die Gründe und die Ausgestaltung dieser Formen der Selbstorganisation sind vielfältig und haben sich im Lauf der Geschichte mitunter aufgrund des gesellschafts-politischen Wandels in Österreich und den Herkunftsländern sowie durch die europäische Integration verändert. Bei der Podiumsdiskussion werden VertreterInnen unterschiedlicher Communities über Selbstorganisationen von MigrantInnen in verschiedenen Sportbereichen berichten. Gründe für ihre Entstehung und Entwicklung, ihre Auswirkungen hinsichtlich Identität, Selbstbestimmung und Integration sowie der gegenwärtige Handlungsbedarf, um Vereinen von MigrantInnen im Bereich des organisierten Sports zu unterstützen, sollen dabei beleuchtet werden.

Weitere Informationen finden Sie hier.

Wann: 30. November 2015 von 15.30h - 17.00h
Wo: Haus des Sports, Prinz-Eugen-Straße 12, 1040 Wien

Fibel-Workshop "Partnerschaften"

Im letzten Workshops des Vereins FIBEL (Fraueninitiative bikulturelle Ehen und Lebensgemeinschaften) in diesem Jahr dreht sich alles um das Thema "Zwischen Balance und Ungleichgewicht in bikulturellen/binationalen Partnerschaften".

Am 1. Dezember 2015 geht der Workshop der Frage nach, was unsere (bikulturellen) Beziehungen zum "Kippen" bringen kann und was wir gemeinsam mit unseren Partnerinnen oder Partnern tun können, um dies zu vermeiden oder um die Balance in der Partnerschaft wieder herzustellen. Ungleiche Machtverhältnisse können bikulturelle Beziehungen längerfristig belasten. Ein Mangel an Balance in der Beziehung kann verschiedene Gründe haben: Stark differierende Erfahrungslagen und soziale Ausgangspositionen aufgrund des Migrationshintergrund von einem der beiden Partner sind dafür ebenso entscheidend wie vertraute (kulturell geprägte) Gender-Ideale und Familienmodelle, die sich schwer miteinander vereinbaren lassen. Wollen wir in unserer Beziehung Balance und Beständigkeit geben, ist es notwendig, Genderrollen und Beziehungsstrukturen neu zu verhandeln. Dieser Workshop soll den Teilnehmenden helfen, ein vorhandenes Machtungleichgewicht in ihren Partnerschaften zu erkennen und neue Formen einer gleichberechtigten Umgangs-und Beziehungsweise miteinander zu erarbeiten.

Weitere Informationen finden Sie hier.

Wann: 1. Dezember 2015, 18h-21h
Wo: Fibel-Lokal, 1030 Wien, Traungasse 1/Stiege 3/Tür 9
Eintritt: 30 Euro; für Fibel-Mitglieder 15 Euro

Um Anmeldung wird gebeten unter 01-21 27 664 oder direkt auf der Homepage. Anmeldeschluss ist der 30. November 2015, 12h

Menschenrechtsbefund 2015

Die Österreichische Liga für Menschenrechte präsentiert am 10.Dezember 2015 im Presseclub Concordia den diesjährigen Menschenrechtsbefund zur nationalen Menschenrechtslage.

Um Anmeldung wird gebeten unter office@liga.or.at

Wann: 10. Dezember 2015, 10h
Wo: Presseclub Concordia, Bankgasse 8, 1010 Wien

Trainingsseminar des Ludwig Boltzmann Instituts

Das Ludwig Boltzmann Institut für Menschenrechte lädt zu einem Trainingsseminar "Access to Remedies in the EU for victims of corporate related human rights abuse" im Rahmen des europäischen Forschungsprojektes Human Rights in Business am 16. Dezember 2015 von 09h-17:30 im Haus der Europäischen Union in Wien ein.

Es diskutieren verschiedene Interessensgruppen (RichterInnen, AnwältInnen, NGO-, Gewerkschafts- und UnternehmensvertreterInnen sowie ForscherInnen) über aktuelle gerichtliche und außergerichtliche Möglichkeiten, um Unternehmen mit Sitz in der EU für Menschenrechtsverletzungen zur Verantwortung zu ziehen. Ziel ist es, über aktuelle rechtliche Möglichkeiten zu informieren sowie eine Diskussionsmöglichkeit zu bieten. Die Veranstaltung richtet sich daher besonders an JuristInnen. WissenschaftlerInnen und Studierende. Die Veranstaltung findet auf Englisch statt, die Teilnahme ist kostenlos. Um Anmeldung wird bis 8.Dezember gebeten.

Weitere Informationen zu dem genauen Ablauf finden Sie im Programm.

Wann: 16.Dezember 2015, 09h-17:30h
Wo: Haus der Europäischen Union, Wipplinger Straße 35, 1010 Wien
Anmeldung : über das Onlineformular

Nominieren Sie den Schandfleck des Jahres 2015!

Schon zum vierten Mal ruft das Netzwerk Soziale Verantwortung (NeSoVe) dazu auf, unverantwortlich handelnde Unternehmen, Institutionen oder Organisationen für den Negativpreis "Schandfleck" zu nominieren.

Jeder und Jede kann ein solches Unternehmen, eine Institution oder Organisation nominieren. Damit die Nominierung erfolgreich ist, müssen Kriterien, wie zB Bezug zu Österreich, Schlüssigkeit der Erklärung der Nominierung und Belege des unverantwortlichen Handelns, beachtet werden. Die Nominierung erfolgt ganz einfach über ein Online-Formular, welche dann nach Ablauffrist juristisch geprüft und vom NeSoVe-Vorstand begutachtet werden. Daraus ergibt sich eine Shortlist, aus welcher man im Jänner 2016 den Sieger oder Siegerin per Online-Voting wählen kann. Parallel dazu wählt die "Schandfleck-Jury", wer den Schandfleck-Jurypreis erhält. Beide Preise werden im Februar 2016, zum Welttag der Sozialen Gerechtigkeit, vergeben.

Weitere Informationen finden Sie hier.