Zivilcourage und Anti-Rassismus-NEWSLETTER Ausgabe: Nr. 20 (27. November 2015)

Antiziganismusbericht 2013 - 2015

Der Verein Romano Centro veröffentlicht 2. Bericht über anti-ziganistische Vorfälle in Österreich.

Bei der Präsentation des 2. Anti-Ziganismus Berichts strich Ferdinand Koller (Pädagogische Leitung, Romano Centro) vor allem das Verhalten einiger StaatsvertreterInnen hervor: Es sei besonders bedauerlich, wenn ExekutivbeamtInnen Diskriminierungsfälle verharmlosen und verweigern würden, eine Anzeige aufzunehmen, oder auch wenn PolitikerInnen mit rassistischen Vorurteilen ein Bettelverbot fordern.
Insgesamt 61 anti-ziganistische Vorfälle aus den Jahren 2013-2015 sind im neuen Bericht beschrieben, zu dem ZARA - Zivilcourage und Anti-Rassismus-Arbeit so wie einige andere Organisationen mit ihrer Falldokumentation beigetragen haben. Die verschiedenen Kategorien wie Politik, Medien und Polizei geben Aufschluss über die verschiedenen Bereiche, in denen Anti-Ziganismus im österreichischen Alltag vorkommt. Besonders auffällig waren im Berichtszeitraum rassistische Kommentare, Hetze und sogar Produkte im Internet. So hat beispielsweise im September 2015 ein Online-Versand ein T-Shirt mit der Aufschrift ‚We kill the Gypsies' angeboten, zahlreiche Organisationen, darunter auch ZARA, erstatteten Anzeige.
"Leider verzeichnen wir einen massiven Anstieg an Hetze und Gewaltaufrufen im Internet, die sich derzeit aufgrund der aktuellen Geschehnisse überwiegend gegen Flüchtlinge und MuslimInnen richtet," so Claudia Schäfer von ZARA - Zivilcourage und Anti-Rassismus-Arbeit. "Aufgefallen ist uns dort aber auch, dass sich insbesondere bei den Kommentaren und Bildern, die gegen Flüchtlinge verwendet werden, viele Anleihen beim konstruierten Feindbild gegen Romnija/Roma und Sintize/ Sinti zu finden sind. Das lässt eine gegenseitige Verstärkung der negativen Wahrnehmung beider Gruppen befürchten und könnte dazu führen, dass sich der Hass gegenüber Flüchtlingen auf Romnija/Roma und Sintize/ Sinti überträgt."

Den vollständigen Bericht finden Sie unter www.romano-centro.org.


Traum vom besseren Leben

Das Kinder- und Jugendtheater Dschungel Wien präsentiert ein neues Stück, das sich mit einem brandaktuellen Thema beschäftigt. Menschenwürde und Menschenrechte. Dabei verweist Dschungel Wien auf die ungeschützteste Gruppe an Menschen, nämlich Kinder und Jugendliche. In der ersten Produktion dieser Saison beschäftigt sich das Theater mit dem Schicksal zweier Jugendlicher auf der Flucht von Mexiko in die USA.

Das Stück "La Línea - der Traum vom besseren Leben" erzählt von den Geschwistern Miguel und Elena welche im mexikanischen Dorf San Jacinto keine Zukunft für sich sehen. Ihr Vater lebt seit Jahren in den USA und hat endlich genug Geld gespart, um einen Schlepper zu bezahlen, der nun auch den 15-jährigen Miguel über die Grenze bringen soll. Doch niemand hat damit gerechnet, dass seine jüngere Schwester Elena ihm auf dieser ungewissen Reise folgt. Gemeinsam sehen sie sich mit immer neuen Gefahren konfrontiert, müssen auf den berüchtigten Todeszug "la bestia" springen und die Wüste zu Fuß durchqueren, um ihr in immer weitere Ferne rückendes Ziel doch noch zu erreichen. Ständig auf der Hut vor brutalen Banden und der Grenzpolizei ist völlig unklar, welchem ihrer Begleiter sie vertrauen können und ob sie "la línea" jemals überwinden werden.

Weitere Informationen finden Sie hier.

Wann: Montag, 30.11.2015, 11h und 19:30h und Dienstag, 1.12.2015, 11h und 19:30h

Dauer: ca. 60 Min.

Wo: Dschungel Wien, MQ, Museumsplatz 1, 1070 Wien

Preise und Ermäßigungen finden Sie hier.

Fibel-Workshop "Partnerschaften"

Karin Schreiner, Trainerin und Coach im interkulturellen Bereich sowie Autorin des neu erschienen Buches "Ein Paar - zwei Kulturen" bietet am 1. Dezember 2015 einen Workshop für Personen in bikulturellen Beziehungen an. Sie wird sich gemeinsam mit den TeilnehmerInnen der Frage widmen, was ihre bikulturellen Beziehungen zum "Kippen" bringen kann und was man gemeinsam mit der Partnerin oder dem Partner tun kann, um dies zu vermeiden oder um die Balance in der Partnerschaft wieder herzustellen.

Wann: Dienstag, 1.12.2015

Wo: Fibel-Lokal, 1030 Wien, Traungasse 1/Stiege 3/Tür 9

Eintritt: 30 Euro; für Fibel-Mitglieder 15 Euro

Um Anmeldung wird gebeten unter 01-21 27 664 oder direkt auf www.verein-fibel.at. Anmeldeschluss ist der 30. November 2015, 12h

Weitere Informationen finden Sie hier.

Tagung: "Wahrheitsfindung und Opferschutz"

Im Rahmen der Tagungsreihe "Beschädigte Seele" des ZÖF (Zusammenschluss Österreichischer Frauenhäuser) lädt das Frauenhaus St. Pölten am 2. Dezember 2015 in das Bildungshaus St. Hippolyt ein. Die Veranstaltung "Wahrheitsfindung und Opferschutz" thematisiert das Aussageverhalten traumatisierter Frauen und Kinder. Nach einem Vortrag von Univ. Prof. Dr. Max Friedrich, Vorstand der Universitätsklink für Psychiatrie des Kindes- und Jugendalters im AKH Wien, haben die TeilnehmerInnen die Möglichkeit Fragen zu stellen. Abschließend wird ein Podiumsgespräch mit Max Friedrich, Anna Tanzibudek (Abteilungsinspektorin im Landeskriminalamt NÖ sowie Staats- und Opferanwältin) und Maria Imlinger (Leiterin des Frauenhaus St. Pölten) stattfinden.

Die Teilnahme an der Tagung ist kostenfrei, um Anmeldung wird unter hausderfrau.stpoelten@pgv.at gebeten.

Wann: 2. 12. 2015, 13:30h

Wo: Bildungshaus St. Hippolyt, Eybnerstraße 5, 3100, St. Pölten

Weitere Informationen finden Sie hier.

Vortrag: Fundamentalismus und Islamismus

Das Bildungshaus Schloss Puchberg in Wels lädt am 3. Dezember um 19h zu dem Vortrag von Roman Schweidlenka ein. Der Fundamentalismus-Experte und Sektenbeauftragte der steiermärkischen Landesregierung spricht zu dem Thema "Heil-Verkünder gegen die Demokratie - Fundamentalismus, Rechtsextremismus und die Utopie eines totalitären Staates". Im Vortrag wird das vielfältige Phänomen des Fundamentalismus mit Schwerpunkt Islamismus erklärt. Danach wird der Experte auf zeitgenössische Strömungen im Rechtsextremismus eingehen. Er zeigt auf, dass trotz aller
Unterschiede radikaler Fundamentalismus und moderner Rechtsextremismus mehr gemeinsam haben, als angenommen, und dass sie das humanistische, den Menschenrechtenverpflichtetes Weltbild herausfordern. Und warum kann das alles für Jugendliche so attraktiv sein?

Wann: Donnerstag, 3. 12.2015, 19h-21h

Wo: Bildungshaus Schloss Puchberg, Puchberg 1, 4600 Wels

Eintritt: 10,- €

Um Anmeldung wird direkt auf der Website gebeten.

Weitere Informationen finden Sie hier.

International Human Rights Filmfestival

Das Human Rights Filmfestival this human world geht vom 3. bis zum 11. Dezember 2015 in die nächste Runde. Jährlich werden rund 90 Spiel-, Dokumentar- und Kurzfilme gezeigt, die von Panels, Diskussionen und Vorträgen begleitet gezeigt werden.

Eröffnen wird das Festival Pirates of Salé, ein Film von Rosa Rogers und Merième Addou am 3. Dezember 2015 um 20h im Gartenbaukino. Der Film erzählt von lebensfrohen jungen Menschen, die alles geben, um aus dem Kreis der Armut auszubrechen. Eine Möglichkeit dafür bietet der Cirque Shems'y, Marokkos erster professioneller Zirkus. Er gibt den wenigen Auserwählte die Möglichkeit, einen harten und langen aber neuen Weg zu gehen, der sie und ihr Leben verändern wird.

Der diesjährige Festivaltrailer wurde übrigens gemeinsam mit den "Refugee-Filmworkshops Traiskirchen" erarbeitet, die unbegleiteten jugendlichen Flüchtlingen die Möglichkeit bieten, sich mit dem Medium Film kreativ auszudrücken und Film als Sprachrohr in die Außenwelt zu nutzen.

Wann: 3. - 11. 12. 2015

Wo: div. Kinos in Wien (Gartenbaukino, Top Kino, Schikaneder, die Brunnenpassage und das Filmcasino)

Weitere Informationen finden Sie auch hier.

Fluch(t) - Spiel des Überlebens

Um Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit zu geben, Szenarien der Flucht zu ergründen und durchzudenken, lädt das Interkulturelle Begegnungszentrum "Arcobaleno" in Linz am 7. Dezember um 18h zum interaktiven Planspiel "Fluch(t) - Spiel des Überlebens" ein. Zielgruppe sind junge Menschen zwischen 15 und 22 Jahren, die bei dem Spiel mit verschiedenen Szenarien konfrontiert werden:
Was und wen soll man mitnehmen und welche Art der Flucht ist am sichersten und trotzdem leistbar? Wem kann man vertrauen und welche unüberwindbaren Hürden liegen versteckt auf der Reise? Wie reagiert das Asylland auf einen und was ist ein Bürokratiedschungel? Diese und viele andere lebensbedrohlichen Fragen und Entscheidungen müssen tausende Personen auf der Flucht täglich treffen. Das interaktive Spiel bietet viele wichtige Hintergrundinformationen und einen tiefgehenden Lerneffekt. Diese Veranstaltung findet in Kooperation mit Young Caritas statt.

Wann: 7. 12. 2015, 18h

Wo: Begegnungszentrum Arcobaleno, Friedhofsstraße 6, 4020 Linz

Weitere Informationen finden Sie hier.

Friedensburg Schlaining: IPT Kurskalender 2016

Der neue IPT-Kurkalender 2016 steht ab sofort für Interessierte zur Verfügung.
Das International Civilian Peacekeeping and Peacebuilding Training Programme (IPT) ist ein praxisorientiertes Fortbildungsprogramm zur Weiterbildung von ZivilistInnen mit verschiedenen beruflichen Hintergründen, um in Krisenbewältigung und Konfliktvermeidung zu arbeiten.
Ziel ist es, der Zivilbevölkerung Kenntnisse und Fähigkeiten zur Friedenssicherung und Friedensschaffung näher zu bringen. IPT Kurse werden seit 1993 in der Friedensburg Schlaining angeboten.
Obwohl IPT ein non-profit Projekt ist können Kurskosten durch staatliche Förderungen niedrig gehalten werden. Darüber hinaus hat IPT die Möglichkeit eine begrenzte Zahl an Stipendien an BewerberInnen, die nicht aus OECD Ländern kommen, zu vergeben.

Den Kurskalender für 2016 finden Sie hier.