Zivilcourage und Anti-Rassismus-NEWSLETTER Ausgabe: Nr. 2 (1. Februar 2016)

Recht: Sondervorschriften für Flüchtlinge?

Aufgrund zahlreicher Meldungen und Fragen zu den Verboten und Sondervorschriften für MigrantInnen / Flüchtlinge in Bädern und Lokalen, stellt ZARA klar:

Diese Restriktionen und Auflagen für Personen mit "Migrationshintergrund" und/oder Flüchtlinge sind unzulässig und verstoßen gegen das Gleichbehandlungsrecht!

Deshalb: Wer selbst betroffen ist, kann ein Verfahren vor der Gleichbehandlungskommission oder vor Gericht einleiten. Wer nicht selbst betroffen ist, kann trotzdem Anzeige nach dem Verwaltungsstrafrecht (EGVG Art. III) einbringen. Bitte melden Sie sich direkt bei der ZARA-Beratungsstelle unter beratung@zara.or.at falls Sie Unterstützung benötigen!

Rassistische Einlasspolitik: Gericht verurteilt Lokal

Eine Gruppe will gemeinsam feiern, aber drei Personen werden aus rassistischen Motiven vom Türsteher nicht in den Club gelassen? Ein aktuelles Urteil gibt den acht (!) KlägerInnen recht und verurteilt das Lokal zur Zahlung von Schadenersatz wegen rassistischer Diskriminierung!

Vor knapp drei Jahren hatte sich die Gruppe wegen der Einlassverweigerung an die ZARA Beratungsstelle gewandt, der Klagsverband brachte schließlich eine Klage ein.

"Wir freuen uns, dass wir den Schritt gewagt haben, uns gegen diese Ungerechtigkeit zu wehren," freut sich einer der Kläger erfreut über den positiven Ausgang des Verfahrens. "Der Prozess hat sehr lange gedauert, aber unser aller Durchhaltevermögen hat sich ausgezahlt. Hoffentlich ist das ein erster Schritt, um das Bewusstsein vieler Menschen zu ändern."

Der ORF fasst die Story sowie die wichtigsten Regelungen des Gleichbehandlungsgesetzes nochmal in diesem Artikel zusammen. Hier finden Sie ebenso die Presseaussendung des Klagsverbandes.

22. Wiener Flüchtlingsball

Am 13. Februar 2016 findet der 22. Wiener Flüchtlingsball zu Gunsten des Integrationshauses im Wiener Rathaus statt.

Auch dieses Jahr bietet das Musikprogramm wieder eine kleine Weltreise an. Vertreten sind u.a. Madame Baheux, das Green Curry Ensemble, Georgiana Mãnãilã, Syrian Links und Prince Zeka & Dunia Moja Band. Und auch mit dabei: Skero!
Internationales Highlight ist heuer die Band Django3000.

Tischreservierungen können Sie unter n.heinelt@integrationshaus.at (10 Euro/Person) vornehmen.

Wann: 13. Februar 2016, Einlass: 20h, Beginn: 21h
Wo: Wiener Rathaus
Karten: gibt es in allen Bank Austria Filialen und in der Jugendinfo Wien (1010, Babenbergerstr.1/Ecke Burgring ). VVK: € 45,- (für Clubmitglieder € 43,-; SchülerInnen/StudentInnen /Menschen mit Behinderung € 40,-) AK: € 48,- (Bei Studentenermäßigung ist an der Abendkassa ein gültiger Studentenausweis vorzuweisen)

Weitere Informationen finden Sie hier.

ZARA Training: Anti-Rassismus Lehrgang 2016

Auch 2016 veranstaltet die ZARA Training GmbH gemeinsam mit der Amnesty Academy zwischen März und April 2016 den Anti-Rassismus-Lehrgang!

Im Rahmen des Kurses können Sie Ihre Fähigkeiten und Kompetenzen im Umgang mit Rassismus und Diskriminierung erweitern. So können Sie im Berufsleben und im Alltag gekonnt eingreifen, wenn Ihnen oder anderen Unrecht geschieht.

An vier Wochenenden erlernen Sie Grundlagenwissen rund um die Themen Antidiskriminierung, Rassismus, Vielfalt und Zivilcourage. Dabei erarbeiten Sie sich Handlungsoptionen und Argumentationstechniken für unangenehme Alltagssituationen und lernen, die Vielfalt unserer Gesellschaft positiv zu vermitteln. Ein weiterer Teil des Kurses widmet sich rechtlichen Grundlagen des Gleichbehandlungsgesetzes, der Ihnen mit fundiertem Wissen die nötige Rechtssicherheit vermittelt.
Der Lehrgang ist eine Zusatzqualifikation und fachliche Kompetenzerweiterung.
Sie erhalten am Ende ein Abschlusszertifikat.

Wann:
Modul 1: 5. März und 6. März 2016, jeweils 10h-17h
Modul 2: 12. März 2016, 10h-17h
Modul 3: 9. April und 10. April 2016, jeweils 10h-17h
Modul 4: 23. April (10h-17h) und 24. April 2016 (10h-14h)
Wo: Amnesty International Österreich, Moeringgasse 10, 1150 Wien
Kosten: €499,-/ € 399,- für Amnesty - und ZARA-Mitglieder

Weitere Informationen zu dem Lehrgang und der Anmeldung finden Sie hier.

Gesellschaftliche Verantwortung: Schandfleck 2015

Zum vierten Mal verleiht das Netzwerk Soziale Verantwortung (NeSoVe) den Schmähpreis Schandfleck des Jahres - eine Auszeichnung für gesellschaftlich besonders unverantwortliche Unternehmen, Organisationen und Institutionen. Als Netzwerkmitglied war ZARA-Geschäftsführerin Claudia Schäfer dieses Mal Teil der Jury.

Sie können jetzt darüber abstimmen, wer den Schmähpreis auf Grund von gesellschaftlich verantwortungslosem Handeln besonders verdient. Auf www.schandfleck.or.at können Sie bis 16. Februar 2016 mitentscheiden, wer den Schandfleck schlussendlich bekommt.

Die Nominierten sind:

w&p Zement GmbH
Die w&p Zement GmbH wird wegen der erhöhten Emissionen des endokrin-aktiven HCB im Görtschitztal für den Schandfleck 2015 nominiert. Von 2012 bis 2014 sind durch die falsche Einbringung von Blaukalk in den Verbrennungsprozess große Mengen der Gifte verdampft und über den Schornstein entwichen, anstatt zu verbrennen. So ist ein 8.000-fach höherer HCB-Wert als in der Sondermüllverbrennungsanlage in Wien-Simmering emittiert worden.

VW
VW wird wegen der bewussten Manipulation von Abgaswerten für den Schandfleck 2015 nominiert. 15 Monate vergingen von den ersten auffälligen Tests in den USA bis VW öffentlich einräumte, Manipulationssoftware verwendet zu haben. Dann gab VW bekannt, dass weltweit rund 11 Mio. Diesel-Fahrzeuge von den Manipulationen betroffen seien.

Bundesministerium für Inneres
Das BMI unter Leitung von Johanna Mikl-Leitner wird für den menschenunwürdigen Umgang mit Schutzsuchenden für den Schandfleck 2015 nominiert. Asylsuchende waren 2015 mit menschenunwürdigen Konditionen insbesondere mangelnder Versorgung bis hin zu Obdachlosigkeit konfrontiert. Des Weiteren lagert das BMI die eigentlich öffentliche Aufgabe der Betreuung von AsylwerberInnen an profitorientierte Unternehmen wie ORS aus.

Eurogruppe
Die Eurogruppe ist ein informelles Gremium, in dem Minister des Euro-Währungsgebiets und VertreterInnen anderer Institutionen über Finanzfragen beraten. Sie wird für den Schandfleck 2015 nominiert, weil sie ohne ausreichend demokratische Legitimation zu haben, vorgibt den Krisenländern zu helfen, tatsächlich aber über den ESM hauptsächlich die Gläubigerbanken bedient bzw. rettet und darüber hinaus durch weitere Kredite den Schuldenstand erhöht.

Wann: das Voting endet am 16. Februar 2016, die Preisverleihung findet am 18. Februar statt.

Weitere Informationen zu Voting, Preisverleihung und Kriterien finden Sie hier.

Politische Bildung: Gleichheit und Differenz

Am 25. und 26. Februar 2016 widmet sich die 7.Jahrestagung der Interessensgemeinschaft Politische Bildung (IGPB) dem Thema "Gleichheit und Differenz in der politischen Bildung".

Gleichheit und Differenz sind zentrale, aber auch umstrittene politische Kategorien, zwischen denen eine beträchtliche Spannung existiert. Weisen die beiden Begriffe auf Widersprüchliches hin oder verhalten sie sich komplementär zueinander? Ist in einer demokratischen Gesellschaft Gleichheit ohne Differenz denkbar - oder Differenz ohne Gleichheit? Unter anderem wird bei der IGPB-Jahrestagung diskutiert, wie politische Bildung - in der Schule, der außerschulischen Jugendarbeit und in der Erwachsenenbildung - mit diesem Spannungsverhältnis umgeht.
Das Programm enthält Vorträge, Workshops, Podiumsdiskussionen und vieles mehr.
Bis 18. Februar 2016 können Sie sich zu dieser Veranstaltung unter veranstaltungenbp@akwien.at anmelden.

Wann: 25. und 26. Februar 2016
Wo: Technisch-Gewerbliche Abendschule des BFI Wien, Plößlgasse 13, 1040 Wien
Anmeldung: bis 18. Februar 2016 unter veranstaltungenbp@akwien.at

Weitere Informationen zur Programmgestaltung finden Sie hier.

Buchpräsentation: Schleppen, Schleusen, Helfen

Am 1. März 2016 lädt der Verein BAOBAB-Globales Lernen zur Buchpräsentation und Diskussion "Schleppen, Schleusen, Helfen: Flucht zwischen Rettung und Ausbeutung" mit Gabriele Anderl (Herausgeberin mit Simon Usaty), Irene Messinger (Politikwissenschafterin im Bereich Migrations- und Exilforschung) und Herbert Langthaler (Asylkoordination) ein.

Im Kontext der Fluchtbewegungen der Jahre 1933-1945 fanden illegale Grenzübertritte wesentlich häufiger statt als allgemein bekannt. Sie erwiesen sich vielfach als lebensrettend. Heute ist das Thema angesichts der immer rigoroseren Abwehrmaßnahmen, mit denen die "Festung Europa" gesichert werden soll, brisanter denn je. Der Band befasst sich mit den unterschiedlichen Formen, Phasen und Motiven der organisierten und individuellen Fluchthilfe oder "Schlepperei" seit den 1930er Jahren und rückt auch die restriktive Aufnahmepolitik der potentiellen Zufluchtsländer als wesentliche Ursache für das Phänomen ins Blickfeld.

Wann: 1. März 2016, 19h-21h
Wo: C3 - Centrum für Internationale Entwicklung, Alois Wagner-Saal, Sensengasse 3, 1090 Wien
Um Anmeldung wird gebeten unter office@oefse.at

Weitere Informationen zu der Veranstaltung und dem Programmablauf finden Sie hier.