Zivilcourage und Anti-Rassismus-NEWSLETTER Ausgabe: Nr. 4 (01. März 2017)

Save the Date: ZARA Rassismus Report 2016

Bereits zum 16. Mal bringt ZARA- Zivilcourage und Anti-Rassismus-Arbeit am Internationalen Tag gegen Rassismus, dem 21. März 2017, den ZARA Rassismus Report heraus. Der Report beinhaltet eine gegliederte Auswahl der dokumentierten rassistische Übergriffe und Vorkommnisse des Vorjahres. Die ausgewählten, detailliert dargestellten und anonymisierten Einzelberichte gewähren einen tiefen Einblick in die Qualität und Strukturen von Rassismus im österreichischen Alltag.

Der Rassismus Report 2016 erscheint am 21. März 2017 und wird im Rahmen einer Pressekonferenz präsentiert.
Die vorherigen Rassismus Reporte 2000 - 2015 können Sie hier online auf Deutsch und Englisch abrufen oder als Druckexemplar bestellen.

ZARA macht Schule: Projekt wird im 15. Bezirk fortgesetzt

Im Rahmen des Projektes "ZARA macht Schule" wird im 15. Wiener Gemeindebezirk Rudolfsheim-Fünfhaus von ZARA-Training fortgesetzt. Die Bezirksvorstehung Rudolfsheim-Fünfhaus wird im Frühjahr 2017 wieder in Kooperation mit ZARA Training mehrere Schulworkshops zu den Themen Hass im Netz, Zivilcourage und Vielfalt veranstalten. Die Workshopserie "ZARA macht Schule", die in Rudolfsheim-Fünfhaus seit 2011 jährlich stattfindet, hat zum Ziel, positive Impulse für ein respektvolles Zusammenleben im (Schul-)Alltag zu geben.

Netzwerk Soziale Verantwortung: Schandfleck des Jahres vergeben

Das Netzwerk Soziale Veranwortung (NeSoVe) hat am 20. Februar 2017, dem Welttag der sozialen Gerechtigkeit, den "Schandfleck des Jahres 2017" verliehen. Hierbei handelt es sich um eine "Auszeichnung" für gesellschaftlich besonders unverantwortliche Unternehmen, Organisationen, Institutionen und Einzelpersonen. Vier Nominierte standen zur Auswahl: Die Landesregierungen OÖ & NÖ, Red Bull Media House, Samsung und Starbucks.

Der Schandfleck-Jurypreis wurde an das Red Bull Media House vergeben. Im Frühjahr 2016 gab es Bestrebungen bei Servus TV Betriebsratswahlen abzuhalten. Dieses Vorhaben, wie Alleininhaber Dietrich Mateschitz später einräumte, führte zur Ankündigung den Sender wegen Unwirtschaftlichkeit schliessen zu wollen. 264 Angestellte wurden zur Kündigung angemeldet und mehr als 200 Mitarbeiter*innen unterschrieben daraufhin einen Brief, in dem sie festhielten, dass sie gar keinen Betriebsrat wollen. Danach entschloss sich Mateschitz - ganz nach "feudaler Gutsherrenart", wie sich die Gewerkschaft Vida in einer Aussendung ausdrückte, - Servus TV doch weiterzuführen.

Der Publikumspreis mit über 40% ging an die Landesregierungen in Oberösterreich und Niederösterreich (spezifischer, die Landtagsklubs von ÖVP & FPÖ in beiden Ländern sowie der Liste Frank in Niederösterreich) sie erhielten den Preis aufgrund der Kürzung der bedarfsorientierten Mindestsicherung für Asyl- und subsidiär Schutzberechtigte.

Weitere Informationen finden Sie hier.

FrauenFilmTage: Köpek- Geschichten aus Istanbul

Im Rahmen der diesjährigen FrauenFilmTage, die von 2. bis 9. März 2017 in Baden und in St. Pölten stattfinden, wird erstmalig der Film "Köpek-Geschichten aus Istanbul" in österreichischen Kinos gezeigt.

Ausgezeichnet mit dem Swiss Film Award 2016 möchte die Regisseurin Esen Isik auf einer sehr eindrücklichen und kritischen Art und Weise, die aktuelle Lebenssituation in Istanbul näher beschreiben und die Komplexität von Lebensentwürfen und Wünschen näher darstellen. Laut dem Abgeordneten des Deutschen Bundestages Cem Özdemir: "Drei bewegende Erzählungen über die Sehnsucht nach Liebe und Freiheit in einer in sich gefangenen Gesellschaft. Ein eindringliches Plädoyer für Offenheit und Aufbruch in der Türkei."

Zu den Handlungen:
I. Ein gewöhnlicher Tag in Istanbul. Der zehnjährige Cemo verkauft auf der Straße Papiertaschentücher, um seine Familie zu unterstützen und geht daher nicht zur Schule. II. Hayat wird von ihrem Ehemann kontrolliert. Als ihr ehemaliger Verlobter in die Stadt kommt, verabreden sie sich zu einem heimlichen Treffen am Hafen. Gefangen in ihrer Rolle als Ehefrau, kann sie sich ihm jedoch nicht öffnen. III. Die transsexuelle Ebru muss sich prostituieren, um über die Runden zu kommen. Sie führt eine heimliche Beziehung mit einem gut situierten Apotheker, der sich aber nicht öffentlich zu ihr bekennen will.

Weitere Informationen wann und wo der Film stattfindet finden Sie hier.

Buchpräsentation: Stefan Horvath "So gewaltig ist nichts wie die Angst"

Ausgezeichnet mit dem Theodor-Kramer-Preis für Schreiben im Widerstand und Exil 2016, präsentiert der renommierte österreichische Schriftsteller Stefan Horvath am 16. März 2017 in der Buchhandlung NENTWICH in Eisenstadt sein Buch "So gewaltig ist nichts wie die Angst".

Stefan Horvath, direkter Nachkomme zweier KZ-Überlebender berichtet in einer sehr persönlichen Collage von Texten über all jene Themen, die den Autor aus der Oberwarter Roma-Siedlung seit Beginn seines Schreibens unentwegt beschäftigten. Horvath reflektiert seine Kindheitserlebnisse aus den 1950er-Jahren in Österreichs wohl bekanntester Roma*Romnija-Siedlung. Im Zuge dessen zeichnet der Schriftsteller die Entwicklungen und Veränderungen in der Siedlung nach, die das schreckliche Attentat 1995 von Franz Fuchs zur Folge hatte und er nimmt Stellung zur gegenwärtigen Situation der Volksgruppe. Eingeflochten sind unteranderem auch lyrische Passagen, in denen Stefan Horvath über das (eigene) Roma-Sein an sich reflektiert.

Wann: Donnerstag, 16.03.2017, 19:00h
Wo: NENTWICH; Buch - Papier - Medien, Hauptstraße 39, 7000 Eisenstadt
Eintritt: freiwillige Spende

Vortrag: Präsentation des Kurswechselheftes

Am Mittwoch den 12. April 2017 findet um 19h im Republikanischen Club - Neues Österreich, die Präsentation des Kurswechselheftes 04/2016 statt. Die Moderatorin Christa Schlager (Kurswechselredaktion) wird gemeinsam mit Joachim Becker (WU-Wien), Hanna Lichtenberger (Universität Wien) und weiteren Gästen, die unten angeführten Fragen beantworten.

Finanz- und Flüchtlingskrise haben die Integrationsmüdigkeit verschärft, mit diesen Worten gibt die Politische Rechte sowohl in der EU-Komission, im Rat als auch im Europäischen Parlament den Ton an. Der Zuwachs an populistischen Parteien gewinnt immer mehr an Bedeutung. In einigen Ländern stehen 2017 Wahlen an und es werden Zuwächse von rechtsextremen und - populistischen Parteien vorausgesagt.

Folgende Fragen werden in diesem Vortrag bearbeitet:
Wie sehen konkurrierende Europa-Konzepte von ganz rechts bis wirtschaftsliberal konkret aus?
Welche Vorstellungen von Binnenmarkt und Festung Europa sind im Umlauf?
Und welche Rolle spielen kleinräumigere Abschottungskonzepte?